Walter Hofer verk√ľndete in Antholz wichtigste News des FN

Antholz - Für die wohl wichtigste und unerwartete News des 40. Forum Nordicums in Antholz sorgte Walter Hofer. Der langjährige Skisprung-Direktor der FIS kündigte seinen Rückzug vom FIS-Job an. Gleichzeitig stellte er seinen Nachfolger vor. Dem 64 Jahre alten Kärntner wird der 15 Jahre jüngere Sandro Pertile aus dem Fleimstal folgen.

Walter Hofer gehörte vor seiner Tätigkeit beim Ski-Weltverband bis 1993 dem Team des damaligen deutschen Skisprung-Bundestrainers Rudi Tusch an.

Im Skispringen sorgte Hofer für zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen sowie Regeln, die mehr Chancengleichheit und bessere Planbarkeit der Wettkämpfe brachten. Der Zusammenhang zwischen BMI und Länge der Sprungski gehörte dazu und sorgte für wieder athletischere Springer-Typen. Ebenso setzte Hofer im Interesse von mehr Chancengleichheit bei wechselnden Wind-Bedingungen die aktuellen Wind- und Gate-Regeln durch.

Zur Kult-Figur wurde der Mann mit den mehreren Sprechfunk-Geräten durch sein offenes, sachlich-korrektes und immer österreichisch-nettes und freundliches Auftreten gegenüber den Medien. Hofer redete nie um den heißen Brei herum. Er sorgte mit seinem Team für zeitnahe und teils auch unkonventionelle Entscheidungen - stets mit dem Ziel, das Skispringen zu forcieren und fördern.

Zu Hofers Team gehörte seit etlichen Jahren auch Sandro Pertile. Ein böser Sturz beendete einst seine Leistungssport-Karriere in der Nordischen Kombination. Dem Skisport hielt er - wie einst auch sein Vater - immer die Treue. Er war bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Weltcups als Technischer Delegierter, Wettkampfleiter und Jury-Mitglied im Einsatz. Neben seinen Erfahrungen auf international höchstem Niveau war er auch beim Nachwuchs aktiv und leitete in den vergangenen Jahren das FIS-Entwicklungs-Programm für Skispringen in den sogenannten kleineren Nationen und für interessierte Springer aus nicht so sprung-affinen Ländern.

Obwohl Hofer und Pertile seit Jahren eng und gut zusammen arbeiten, wird das Duo auch in der bevorstehenden Saison zu großen Teilen wie Siamesische Zwillinge zu erleben sein. In der neuen Funktion will der Norditaliener weitere Erfahrungen sammeln, auch wie man in jeder Situation zu gut durchdachten und schlüssigen Entscheidungen im Interesse des Skispringens findet.  u.j.

Foto: Eberhard Thonfeld