Tops und Flops

Medienvertreter kehren mit unterschiedlichen Eindrücken von den vorolypischen Testwettbewerben zurück – Fotografen mit großen Problemen

 

Pyeongchang - In einem Jahr sind Olympische Spiele und Paralympics in Pyeongchang schon Vergangenheit. Schon jetzt Geschichte sind die traditionellen Olympiatests und Medienvertreter, die die Gelegenheit nutzten, um sich über Land, Leute und vor allem die Bedingungen in Korea persönlich zu informieren spiegeln unterschiedliche Eindrücke.
Zu den wesentlichen Erkenntnissen gehört zweifellos, dass das Verständnis der Olympiagastgeber für die nordischen Skidisziplinen und Biathlon eher rudimentär ausgebildet sind. Learning by doing hieß oft die Devise und Anfang Februar, als Langläufer und Nordische Kombinierer in Pyeongchang ihre Visitenkarten abgaben, taten das die Gastgeber mit einem gewissen Enthusiasmus. Bestens präparierte Sportstätten, ausreichend Personal, willige Helfer, mit diesem Eindruck reisten die Besucher wieder nach Hause.

Wenngleich: Schon Anfang Februar wurden Schwachstellen sichtbar. Die vorolympischen Wettkämpfe sollten aus Blaupause für die Spiele dienen. Allerdings fehlten wesentliche Elemente: Das Medienzentrum zu klein, ein Shuttledienst nur in Ansätzen vorhanden, der Informationsservice lückenhaft – es gibt noch viel zu tun bis zum kommenden Februar. Schwierig auch die Probleme der Gastgeber, sich mit der englischen Sprache anzufreunden. Vom Skispringen Mitte Februar wurden ähnliche Feststellungen übermittelt.

Schlimmer wurde es beim Biathlon-Weltcup. Forum-Mitglied Christian Manzoni meldet sich mit folgendem Kommentar: „Ich habe grosse Bedenken, dass - gemessen an den organisatorischen Gegebenheiten während der Testevents Langlauf und Biathlon - unseren Anliegen einer qualitativ hochstehenden, modernen und flexiblen Arbeitsgestaltung während der Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang zu wenig Rechnung getragen wird. Meine Bedenken gehen vor allem dahin, dass auf beiden Venues erneut unerfahrene und sportartenfremde Personen als Photomanager und somit Organisatoren unserer Arbeitsbedingungen eingesetzt werden. Es war heuer in beiden Disziplinen erschreckend, mit welch fehlender Sachkenntnis und mit welch tiefem Interesse am nordischen Wintersport gearbeitet wurde. Im Biathlon würde ich gar von Respektlosigkeit sprechen. Auch bin ich fast überzeugt, dass die Organisatoren der Spiele kaum grossen Wert auf unsere Standards in den 'Randsportarten' legen. Es ist mir bewusst, dass wir von den Erfahrungen während der Testevents sprechen und dies bestimmt nicht das Qualitätslevel der kommenden Spiele darstellt. Aber besser vorbeugen, als heilen."

In den nächsten Tagen wird unser Forum-Mitglied Viktoria Franke, die einige Wochen in Pyeongchang verbrachte, um die Organisatoren bei ihren Vorbereitungen auf die Spiele im Mediensektor zu beraten und zu unterstützen, sicherlich noch von ihren Erfahrungen berichten. Aber ein Fazit zeichnet sich schon jetzt ab: Bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele am 9. Februar kommenden Jahres bleibt für unsere Gastgeber noch eine Menge zu tun.                                                          TvW