Reaktionen zum Tod von Reinhard Heß

Thomas Bach (Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes): Mit Reinhard Heß verlieren wir eine der wenigen Trainerpersönlichkeiten, die schon zu Lebzeiten zu einer Legende wurden. Mit seiner ruhigen Souveränität hat er nicht nur zahlreiche Athleten zu nie dagewesenen Erfolgen geführt, sondern durch seine menschliche Art auch eine breite Öffentlichkeit tief beeindruckt. Mit seinem klugen Rat und seiner engagierten Unterstützung wird er dem deutschen Sport sehr fehlen. Wir werden ihm deshalb ein ehrendes Andenken bewahren.

Alfons Hörmann (Präsident des Deutschen Skiverbandes): Der DSV in seiner heutigen Form wäre ohne die Leistungen von Reinhard Heß nicht möglich gewesen, sportlich und wirtschaftlich. Erst durch die Leistungen unserer Springer in seiner Ära waren die wirtschaftlichen Erfolge möglich. Kein anderer DSV-Trainer hat die Struktur des Verbandes so beeinflusst wie Reinhard Heß.
 Thomas Pfüller (Sportdirektor und Generalsekretär des DSV): Reinhard Heß, mit dem ich seit über 25 Jahren zusammengearbeitet habe, war sehr umsichtig und kollegial. Er war auch ohne Befehle der absolute Chef, hat es verstanden, alle seine Trainer mitzunehmen, ein richtiges Team zu bilden. Das fehlt uns derzeit. Reinhard hat ausgestrahlt bis in die Vereine hinein. Unter ihm haben alle an einem Strang gezogen. Das macht einen großen Trainer aus. Zudem hat Reinhard nie einen Sportler aufgegeben und dadurch mit vielen Springern Erfolg gehabt.

Henry Glass (Olympia-Dritter 1976, Co-Trainer unter Heß und unter Bundestrainer Peter Rohwein): Ich hatte vor und nach der Wende als Co-Trainer eine sehr gute Zeit mit Reinhard. Er hatte ein Herz für die Menschen und den Sport. Er konnte ein harter Hund sein, aber immer mit einer sehr menschlichen Komponente.

Jens Weißflog (unter Leitung von Heß Doppel-Olympiasieger und Weltmeister): Reinhard hat immer den Menschen hinter dem Sportler gesehen und geachtet. Er war Mensch, aber auch eine Respektsperson. Ich habe ihn erst nach meiner aktiven Zeit geduzt.

Martin Schmitt (Olympiasieger und viermaliger Weltmeister): Reinhard wird mir immer als Großer des Sports und als fantastischer Mensch in Erinnerung bleiben. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken, habe vom ihm viel gelernt.

Walter Hofer (Skisprung-Weltcupdirektor des Internationalen Skiverbandes): Mit Reinhard Heß ist eine der ganz großen Persönlichkeiten der internationalen Skifamilie von uns gegangen. Als Experte und Ratgeber war er mir und zahlreichen anderen immer eine große Hilfe. Unvergessen wird mir bleiben, wie er sich beim Sommer-Grand Prix im Oktober in Klingenthal von mir verabschiedete.

Toni Innauer (Direktor Skisprung/Nordische Kombination im Österreichischen Skiverband): Reinhard Heß hat die Umgestaltung des Skispringens maßgeblich mitgeprägt. Wir waren viele Jahre Konkurrenten auf hohem Niveau und nicht immer einer Meinung, doch stets mit hohem gegenseitigem Respekt. Und noch etwas hat mir an ihm imponiert: Er hat sich zur Symbolfigur für viele Menschen aus der ehemaligen DDR entwickelt, ihnen vorgelebt und gezeigt, dass man mit seinem erworbenen Wissen und Können auch in Gesamtdeutschland Erfolg haben kann.

Hannu Lepistö (Entdecker des dreimaligen Olympiasiegers Matti Nykänen, jetzt Auswahltrainer der Polen um Weltmeister Adam Malysz): Für mich war die Nachricht von Reinhards Tod eine ganz bittere zu Weihnachten. Wir waren über viele Jahre Kollegen und Kontrahenten. Reinhard war eine ganz starke Persönlichkeit, einer der besten Trainer der Welt.