Neue Themen - wichtige Anliegen bleiben


Antholz – Massive Metallhaken und ein Kasten Bier waren für mich die ersten Beweise für die hohe Wertschätzung des Forum Nordicums. Als ich 1990 meine Premiere beim Treffen der nordischen Skisportjournalisten in Val di Fiemme erlebte, kamen abends in launiger Runde auch mögliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für uns Medienleute zur Sprache. Dabei erhob Werner Kirchhofer, einer der drei FN-Gründungsväter, den Vorschlag, in den Mixed-Zonen ein stabiles Gestell mit Haken aufzubauen, damit die Journalisten ihre Rucksäcke oder anderen Utensilien während des Wettbewerbs aufhängen können. Offenbar angeregt vom großen Beifall der weitestgehend angeheiterten Kollegenschaft fügte er noch hinzu, dass auch ein Kasten Bier in diesemspeziellen journalistischen Arbeitsbereich wünschenswert wäre. Vier Monaten später, im Februar 1991, fanden in Reit im Winkl die Junioren-Weltmeisterschaften im nordischen Skisport statt. Als ich dort mit dem Kollegen Werner Junge aus Stuttgart, der damals für die dpa arbeitete, in die Mixed-Zone kam, glänzten an einem Holzzaun viele verzinkte Haken, die die Anzahl der akkreditierten Journalisten deutlich übertraf. Und im Pressezentrum wurde uns versichert, dass man den Kasten Bier nur wegen des schlechten Wetters nicht rausgestellt habe. Dass auch die wirklich wichtigen Voraussetzungen für ein optimales journalistisches Arbeiten gegeben waren, gehörte in Reit im Winkl schon vor 30 Jahren nicht nur bei den Junioren-WM zu den vorbildlichen Selbstverständlichkeiten. Inzwischen sind im nordischen Skisport und im Biathlon auf internationaler Bühne die Arbeitsbedingungen für Print-, Funk- und TV-Journalisten auf nahezu gleich hohem Niveau. Gravierende Unterschiede, wie es sie lange Zeit vor allem im Weltcup gab, sind kein Thema mehr. Das ist zum Großteil ein Verdienst der Mitglieder des Forum Nordicums, die Jahr für Jahr die einzelnen Veranstaltungen in „ihrem“ Bereich kritisch bewertet haben und die Ergebnisse auch den Organisatoren zukommen ließen. FIS-Marketing-Direktor Jürg Capol bekam in Antholz viel Beifall für seine Aussage, was für ihn „das Allerwertvollste vom Forum Nordicum“ sei: der persönliche Kontakt und die gemeinsamen Diskussionen über aktuelle und mögliche zukünftige Probleme. Genauso hatten sich das die FN-Gründer vorgestellt. Die Themen haben sich im Verlauf der 40 Jahre zwar verändert, die Wichtigkeit des Anliegens ist aber geblieben.

Uwe Wicher