Gutes MPC, schlechte Mixedzone im Langlauf-Stadion, teure Quartiere

Eindrücke von den Medien-Arbeitsbedingungen zur WM in Lahti

 

 

Lahti - Das Hauptpressezentrum in Lahti bot hervorragende Arbeitsbedingungen. Die Plätze waren großzügig kalkuliert, hatten ausreichend Steckdosen und mit einem Lan-Kabel gleich eine doppelte Absicherung in Verbindung mit dem WLAN. Allerdings gab es auch einige wenige Abstürze der Internetverbindung, vermutlich bei Überlastung, und einen Stromausfall, der zügig behoben wurde. Start- und Ergebnislisten gab es ausreichend und zeitnah. Die Gepäckaufbewahrung in den Boxen war sehr gut gelöst.

Besonders gut war das Catering im MPC. In der ersten Etage konnten sich die Journalisten mittags für 10 Euro und abends für 16 Euro vom reichhaltigen Buffet versorgen. Direkt im Arbeitsbereich gab es für den schnellen Imbiss zwischendurch kostenlos ausreichend Kaffee, Kuchen, Obst und belegte Brote und ähnliches sowie alkoholfreie Getränke. An zwei sehr großen und weiteren TV-Bildschirmen konnte das Geschehen im Stadion gut verfolgt werden.

Vielleicht legten sich die Gastgeber mit dem MPC so ins Zeug, weil die Mixedzone beim Langlauf (schlechte Sicht auf Zielgerade, schlechtes TV-Bild) nicht annähernd an die Qualität des Pressezentrums heranreichte. An der Schanze war die Mixedzone okay.

Kritikwürdig waren die angebotenen Hotelpreise, die von finanziell nicht so starken Redaktionen kaum zu stemmen waren. Nur mit viel Nerven und Mühen gelang es einigen Kollegen, im Internet (booking.com ö.ä.) ein halbwegs finanzierbares Quartier zu finden, z.B. eine Ferienwohnung mit mehreren Schlafzimmern für zwei oder drei Kollegen. Gelang das nicht, mussten sie in einen entfernten Ort ausweichen, was wiederum ein Mietauto samt großem Zeitverlust bedeutete.

Trotz rechtzeitiger Bemühungen gelang es nur auf mühevollen und mitunter auch riskanten Umwegen, wenigsten unter der magischen 100-Euro-Grenze pro Nacht zu bleiben. In dieser Beziehung läuteten in Lahti mit Blick auf künftige Großereignisse wieder einmal die Alarmglocken. Es darf doch nicht so werden, dass irgendwann nur noch Agenturen, große Sender und Zeitungen vor Ort sein können und Medien aus Wintersport-Gebieten dann nur auf Agentur-Texte zurückgreifen können. Ungeachtet deren guter Arbeit können sie natürlich nicht auf die von den Rezipienten gewünschten regionale Aspekte eingehen.

Thomas Prenzel/Volkmar Russek