Nur noch drei Olympiabücher Pyeongchang 2018

Die große Zeit der Olympiabücher ist wohl für immer vorbei. Nur noch zwei Titel fanden sich nach den Spielen von Rio im Buchhandel, ganze drei sind es nach den Winterspielen von Pyeongchang. Für Sammler und alle, die Wert auf

eine über den Tag hinaus reichende Reminiszenz in gedruckter Form legen, ist das keine gute Nachricht.

 

 

 

München - Nach "Rio 2018" vom Copress-Verlag und " Olympia 2016 -Stars & Spiele", Verlag Die Werkstatt, brachten beide Verlage wenige Tage nach Pyeongchang auch ihre Winterspielausgaben wieder auf den Markt. "Olympische Winterspiele Pyeongchang 2018" setzt auf Sven Simon und die Deutsche Presse-Agentur, "Olympia 2018 Stars & Spiele" auf die"Edelfedern" Ulrich Kühne-Helmessen und Detlef Vetten, sicherlich das Buch mit dem höchsten journalitichen Ansatz.

Dazu kommt diesmal noch das offizielle Eurosport Buch "Olympische Winterspiel Pyeongchang 2018" aus dem Pietsch-Verlag natürlich mit den bekannten Reportern und Experten des neuen Rechteinhabers Discovery in Deutschland von Siggi Heinrich bis Martin Schmitt oder Sven Hannawald. Preislich liegen alle drei Bücher gleich um die 19 Euro.

Die Reihe "Unser Olympiabuch" gibt es leider nicht mehr; der Verlag Das Neue Berlin wurde kurz nach Erscheinen des Olympiabuchs Sotschi 2014 in die Insolvenz geschickt, später aber doch weitergeführt.. Schade um das Produkt, denn die von Olympia-Auskenner Volker Kluge seit 2000 konzipierten Bücher leisteten sich - obschon Schnellschuss-Produktionen, die kurzfristig nach den Spielen veröffentlicht wurden, um das Fernsehvolk mit frischen Erinnerungen zu versorgen - als einzige ihrer Art lange Texte von Autoren vor Ort und erfreuten zudem alle mit einer umfangreichen Statistik.

Out ist auch die Olympische Sport Bibliothek, die nie wieder so viele Bücher verkaufte wie bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Die mehrsprachigen Bücher hießen dort allerdings "Werke", erschienen wahlweise
im Leder-Einband, wurden auf teurem Papier gedruckt und kosteten dreistellige Summen. Das funktionierte lange Zeit, weil der Verkauf nicht über den Buchhandel erfolgte, sondern direkt über ein eigenes Vertriebsnetz;
Zielgruppe waren Firmenkunden, die exklusive Buch-Geschenke als Incentives an Kunden und Mitarbeiter verteilen wollten. Auch hier gingen nach der Buchproduktion Sotschi 2014 die Lichter aus; dazu bei trugen die
Lizenzgebühren, welche die OSB an die Deutsche Sporthilfe und ähnliche Organisationen u.a. in Österreich, der Schweiz und Italien zahlte, um sich mit dem Titel "offizielles Standardwerk" schmücken zu dürfen.    wr