DSV-Adler fliegen in Richtung Olympia - Severin Freund auf gutem Weg

München - Die DSV-Skispringer sind mit einer ganz besonderen Flugeinlage in den Olympia-Winter gestartet: In der neuen Indoor-Skydiving-Anlage der Jochen Schweizer Arena in Taufkirchen bei München befassen sich Deutschlands beste Skispringer intensiv mit dem Medium Luft.

Im Rahmen eines speziellen Bodyflying-Trainings lernten die Männer um die WM-Medaillengewinner Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler sowie Stephan Leyhe, Richard Freitag und Karl Geiger ganz ohne Sprungski nur mit ihrem Körper zu fliegen. Dabei wurden sie von erfahrenen Trainern und Profi-Fallschirmspringern gecoacht.

Zum Fototermin kam auch für einige Interviews Sverin Freund. „Er ist voll im Zeitplan. Ende Juli, Anfang August kann er seine ersten Sprünge absolvieren", freute sich Bundestrainer Werner Schuster, der mit Freund schon einmal in der Schweiz in einer ähnlichen Anlage in der Luft unterwegs war. Für die Springer um Wellinger war es Neuland. Aus der siebenköpfigen Nationalmannschaft fehlte nur David Siegel, der nach seiner OP noch immer in der Reha um Anschluss kämpft.

Nach sechs Wochen Pause und ersten Tests in der Sportschule Oberhaching ließen sich die DSV-Adler vom Luftpolster tragen, das mit 150 km/h von unten strömt. Eine Minute in der rund verglasten Flugkammer entspricht der Freifalldauer eines Fallschirmsprungs aus etwa 4.000 m Höhe. Die Skispringer sind hohe Geschwindigkeiten gewohnt. Sie springen mit 90 km/h (Normalschanze) bis 108 km/h (Flugschanze) ab, wo sie mit zu 140 km/h landen.

Bundestrainer Werner Schuster beobachtete vor den Toren Münchens, wie sich seine Adler der ungewohnten Herausforderung stellten, sich von einem Versuch zum anderen besser zurecht fanden und gegen Ende sichtlich Spaß hatten. Und das war auch der Sinn der Übung.
Text und Fotos: Werner Rabe